Hoffnung auf Anerkennung der Hippotherapie

Hippotherapie ist Physiotherapie auf dem Rücken eines Pferdes. Das Besondere sind die Schwingungen, die das Pferd auf den Reiter überträgt. Sie sorgen für Impulse im Körper des Patienten, die sich auf Bewegungsabläufe und das neurologische System auswirken. Verkrampfte Muskeln entspannen sich, schlaffe Muskeln werden trainiert. Bemerkenswert sind darüber hinaus die positiven Effekte der Heilmethode auf die Psyche des Menschen. Pferde und Reiten schaffen Lebensfreude. Die Hippotherapie eignet sich sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Neulinge ohne Vorkenntnisse im Reiten sind herzlich willkommen.

Hippotherapie behandelt hauptsächlich neurologische Beschwerden. Einsatz findet die Reittherapie bei Schädigungen des zentralen Nervensystems oder bei anderen Erkrankungen oder Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates. Häufig sind es querschnittsgelähmte Patienten, die nach einem Unfall auf die positiven Wirkungen der Therapie hoffen. Aber auch bei anderen Beschwerden und Krankheitsbildern hat sich die Therapie als hilfreich erwiesen. In vielen REHA-Einrichtungen hält die Hippotherapie mittlerweile Einzug und ist nicht mehr weg zu denken. Viele Ärzte verordnen die Behandlung per Rezept. Auf dem Rezept muss deutlich zu lesen sein, dass der Arzt dem Patienten Behandlungen auf dem Pferd erlaubt. In der Regel arbeiten Ärzte, die diese Therapieform unterstützen eng mit Physiotherapeuten zusammen. Gemeinsam dokumentieren und überprüfen sie die Wirkungen und Therapiefortschritte. Meistens tragen die Patienten jedoch die Kosten, da die Krankenkassen nur in Ausnahme- oder Einzelfällen bezahlen.

2006 lehnte der Bundesausschuss die Anerkennung dieser Heil- und Behandlungsmethode ab. Er begründete dies damit, dass es keine oder zu wenige Studien gab, die eindeutig und hinreichend bewiesen, dass Hippotherapie Heilung und Nutzen bringt. Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. leitete daraufhin eine Initiative ein, um eine Multi-Center Studie aufzubauen und durchzuführen. Verschiedene Stiftungen unterstützten das Programm, das bald darauf zeigte, dass Hippotherapie positive Auswirkungen auf die Studien-Teilnehmer hatte. Der Verein gibt die Hoffnung nicht auf, dass die Krankenkassen in Zukunft vielleicht umschwenken und die Heilmethode in ihren Leistungskatalog aufnehmen.