Hippotherapie als Wundermittel für physische und psychische Krankheiten

Bereits kleine Mädchen wünschen sich sehnlichst ein Pferd und erwarten mit Spannung die ersten Reitstunden. Sie verbinden damit positive, glückliche und aufregende Stunden. Was uns glücklich macht, tut gleichzeitig unserem Körper gut und bringt Heilung. Die Idee, Pferde für Therapiezwecke einzusetzen und Reiten als Heilmethode anzubieten ist daher nicht weit hergeholt. Hippotherapie ist jedoch mehr als herkömmliches Reiten.

Begriff und Definition von Hippotherapie

Der Begriff Hippotherapie stammt aus dem Altgriechischen. Das Wort „Hippo“ ist mit dem Begriff „Pferd“ zu übersetzen. Ein anderer Begriff im Deutschen ist „Reittherapie“. Es handelt sich um eine physiotherapeutische Behandlung mit Pferden für Erwachsene und Kinder. Die Bewegungen des Pferdes führen zu Schwingungen, die sich auf den Menschen übertragen und dort Bewegungsimpulse auslösen. Die Schrittfrequenz des Pferdes entspricht der eines Erwachsenen, während er geht. Diese Schwingungen wirken sich direkt auf Prozesse im Körper aus. Sie lockern die Muskeln und fördern die Durchblutung. Sie schulen das Gleichgewicht und stärken die Muskulatur. Nicht zu unterschätzen sind die positiven Auswirkungen der Hippotherapie auf die Psyche der Patienten.

Physiologische und Psychologische Wirkung der Hippotherapie

Die physiologischen und psychologischen Wirkungen der Hippotherapie sind vielfältig. Die Reittherapie hat sich wirksam erwiesen bei Patienten, die Beschwerden mit der Wirbelsäule haben sowie unter Erkrankungen am Gehirn oder Rückenmark leiden. Sie kommt bei körperlich und geistig Behinderten zum Einsatz, wenn spastische oder schlaffe Lähmungen auftreten. Beispiele für Krankheiten, bei denen die Hippotherapie eingesetzt wird sind Morbus Down, Multiple Sklerose, nach Schlaganfällen, bei Hirntumoren, Schädeltrauma oder bei frühkindlichen Hirnschädigungen. Sie dient darüber hinaus zur Prävention von Krankheiten.

Kosten und Einrichtungen für Hippotherapie

Der Preis der Behandlung liegt derzeit bei 35 Euro. Nur wenige Krankenkassen übernehmen die Kosten. Sie begründen dies damit, dass es keinen Beweis gibt für den zusätzlichen Nutzen dieser Therapie. Die medizinische Notwendigkeit ist im Vergleich zu anderen Heilmittel und –methoden nicht belegt. Es gibt Reiterhöfe, die sich auf diese Therapieform spezialisieren oder besondere Reha-Einrichtungen, die Reittherapie anbieten. Die Therapiestunde findet grundsätzlich im Freien an der frischen Luft statt.